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Wolfgang Amadeus Mozart

Hornkonzerte

Dennis Brain – Herbert von Karajan – 1953

Der Komponist

Wolfgang Amadeus Mozart wurde am 27. Januar 1756 in Salzburg geboren. Er war das siebte Kind des Hofmusikers Leopold Mozart und seiner Frau Anna Maria Pertl, von denen nur seine Schwester Maria Anna (Nannerl) und er das Kindesalter überlebten. Schon früh zeigte sich Mozarts außergewöhnliches musikalisches Talent: Bereits mit vier Jahren spielte er Klavier, mit fünf komponierte er seine ersten Stücke. Gemeinsam mit seiner Schwester trat Mozart als Wunderkind an Fürstenhöfen in ganz Europa auf. Diese Konzertreisen begannen, als er sechs Jahre alt war, und führten ihn unter anderem nach München, Paris, London und Wien. In Salzburg arbeitete Mozart zunächst als Konzertmeister und später als Hoforganist am Hof des Fürsterzbischofs. Sein Wunsch nach einer unabhängigen Karriere führte ihn schließlich nach Wien, wo er sich als freischaffender Komponist, Pianist und Opernschöpfer etablierte. Sein Werk von über 600 Kompositionen, von denen eine sehr große Anzahl zum bedeutendsten Erbe der klassischen Musik gehört. Mozart starb am 5. Dezember 1791 in Wien im Alter von nur 35 Jahren.

Die Werke

Mozart schrieb die vier Konzerte (KV 412, 417, 447 und 495), die zum festen Repertoire jedes Hornisten gehören, nach neueren Erkenntnissen zwischen 1781 und 1791 für den Hornisten Joseph Leutgeb. Zu dieser Zeit verfügte das Instrument noch nicht über Ventile, so dass Mozart auf die Naturtöne und Spielhilfen durch das ´Stopfen` angewiesen war. Dadurch kann der Eindruck einer gewissen harmonischen Gleichförmigkeit entstehen, den Mozart aber geschickt kompensiert durch die prägnante Satzanlage und seinen melodischen Einfallsreichtum. Die gängige Reihenfolge der vier Konzerte wird heute stark angezweifelt, es scheint sicher, dass die Entstehungszeit der einzelnen Konzerte sich folgendermaßen darstellt: KV 417 (1783), KV 495 (1786), KV 447 (1787) und KV 412 (1791), wobei letzteres erst nach Mozarts Tod von fremder Hand zusammengefügt wurde.

Der Solist

Dennis Brain wurde das Horn bei seiner Geburt am 17. Mai 1921 in London sozusagen in die Wiege gelegt. Bereits Vater, Onkel und Großvater waren als erfolgreiche und anerkannte Berufshornisten tätig. Dennis erhielt zunächst Klavier- und Orgelunterricht, ab 1936 studierte er das Horn an der Royal Academy of Music bei seinem Vater und gab 1938 neben ihm sein Debut in der Londoner Queen`s Hall bei der Aufführung des ersten Brandenburgischen Konzerts. Während des zweiten Weltkriegs war Brain Solohornist in der Royal Air Force Band, in diese Jahre fällt mit der Uraufführung der eigens für ihn von Britten geschriebenen ´Serenade for Tenor, Horn and Strings` der Beginn seiner Solokarriere, die er nach Ende des Kriegs sehr erfolgreich auch mit der Gründung eines Bläaserquartetts fortsetzte, zugleich aber als Solohornist der beiden neu gegründeten Klangkörper Royal Philharmonic und Philharmonic Orchestra fungierte. Der begeisterte Sportwagen-Fahrer Brain starb im Alter von nur 36 Jahren am 1. September 1957 an den Folgen eines Autounfalls. 

Der Dirigent

Herbert von Karajan, geboren am 5. April 1908 in Salzburg-Neustadt, gestorben am 16. Juli 1989 in Anif bei Salzburg, zählt zu den bekanntesten und bedeutendsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Seine spektakuläre Karriere begann 1929 als erster Kapellmeister am Stadttheater Ulm, 1934 wurde er Generalmusikdirektor in Aachen, ab 1941 (er war zwischenzeitlich der NSDAP beigetreten) wirkte Karajan in Berlin. Nach Ende des 2. Weltkriegs begann seine internationale Karriere in Wien, London und an der Mailänder Scala. 1955 löste er Wilhelm Furtwängler als Leiter der Berliner Philharmoniker ab, deren Chefdirigent er bis zu seinem Tod blieb. Karajan hat eine gewaltige Menge an Einspielungen mit diversen Orchestern von Bach bis Stravinsky hinterlassen, sein Stil sollte nach eigener Aussage die Präzision Toscaninis mit der Fantasie Furtwänglers verbinden.

Die Interpretation

1953 eingespielt, gehört die Einspielung der vier Hornkonzerte durch Dennis Brain, Herbert von Karajan und dem Philharmonia Orchestra zu den absoluten Sternstunden der Schallplattengeschichte. Daran kann auch die hier und da monierte Monotechnik nichts ändern. Kein Hornist der letzten 70 Jahre hat Mozarts Kompositionen mit einer solchen spielerischen Leichtigkeit, Wärme und Perfektion in Klang umgesetzt, besonders die langsamen Sätze glänzen mit ihrer vollkommenen Phrasierung. Hinzu kommt, dass Dirigent und Orchester den Solisten höchst sensibel begleiten und damit den heiteren Grundton der Werke perfekt unterstreichen. Alternativen zu diesem Klassiker sind die Einspielungen von Barry Tuckwell, bevorzugt die mit Neville Marriner am Pult, Alan Civil ebenfalls mit Marriner oder – als moderne, historisch orientierte Alternative – Alec Frank-Gemmill mit Nicholas McGegan als Dirigent. Ganz zum Schluss ein Hinweis für alle Hörer, die die schlanke Ästhetik der Brain-Aufnahme mit einem volleren, in Teilen luxuriösen Klang vergleichen möchten: dazu bietet sich Karajans zweite Einspielung aus dem Jahr 1968 mit Gerd Seifert an, dem damaligen Solohornisten der Berliner Philharmoniker.