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The Art of the Primadonna 

Joan Sutherland – 1960

Die Sängerin

Joan Sutherland, geboren am 7. November 1926 in Sidney, erhielt bereits als Kind Klavier- und Gesangsunterricht von ihrer Mutter, die selbst einen schönen Mezzosopran besaß. 1947 schrieb sie sich am Sidney Conservatorium of Music ein, im gleichen Jahr gab sie ihr Debut als Dido in einer konzertanten Aufführung von Purcells ´Dido and Aeneas`. Ihre Studien vertiefte sie ab 1951 am Royal College of Music in London, zeitgleich erhielt sie erste kleine Rollen an der Royal Opera Covent Garden. Ihr endgültiger Durchbruch gelang 1959 an gleicher Stelle mit der Titelrolle in Donizettis ´Lucia di Lammermoor`, danach führte ihre grandiose Karriere sie an alle berühmten Opernhäuser der Welt, unter dem Einfluss ihres Ehemanns Richard Bonynge in der Hauptsache mit, aber keineswegs beschränkt auf Belcantoopern. So gab ´La Stupenda` ihre Abschiedsvorstellung am 31.12.1990 im Sidney Opera House als Marguerite in Meyerbeers Hugenotten. Joan Sutherland starb am 10. Oktober 2010 in Montreux

Der Dirigent

Francesco Molinari-Pradelli, geboren am 4. Juli 1911 in Bologna gehört zu den bekanntesten und angesehensten italienischen Operndirigenten der Nachkriegszeit. Er studierte zunächst Klavier und Komposition in Bologna, schloss sein Studium 1938 an der Accademia di Santa Cecilia ab. 1946 gab er sein Debut an der Mailänder Scala, 1955 am Royal Opera House Covent Garden. Molinari-Pradelli starb am 8. Juli 1996 in Bologna.

Die Zusammenstellung

´The Art of the Primadonna` wurde 1960 mit Chor und Orchester der Royal Opera Covent Garden eingespielt und erschien als Doppel-LP mit 16 Titeln, die alle einen Bezug zu einer ´Primadonna` der Vergangenheit haben. Im Einzelnen:

Arne – Artaxerxis – The Soldier Tir`d of War`s Alarms

Händel – Samson – Let the Bright Seraphim

Bellini – Norma – Sediziose Voci … Casta Diva … Ah Bello a me Ritorna

Bellini – I Puritani – Son Vergin Vezzosa

Rossini – Semiramide – Bel Raggio Lusinghier

Bellini – I Puritani – O Rendetemi La Speme

Bellini – La Sonambula – Come per me Sereno

Gounod – Faust – O Dieu! Que De Bijoux … Ah! Je Ris De Me Voir

Verdi – Otello – Mia Madre Aveva Una Povera Ancella … Piangea Cantando

Mozart – Die Entführung aus dem Serail – Martern aller Arten

Verdi – La Traviata – E‘ Strano … Ah, Fors’è Lui … Sempre Libera

Thomas – Hamlet – À Vos Jeux, Mes Amis

Delibes – Lakmé – Ah! Où Va La Jeune Indoue

Meyerbeer – Les Huguenots – Ô Beau Pays De La Touraine

Verdi – Rigoletto – Gualtier Maldè … Caro Nome

Die Interpretation

Um ein Muster für die Darstellung der 16 Arien zu erhalten, sollte der geneigte Hörer mit der ´Glöckchen-Arie` aus Delibes Lakme beginnen: die technische Brillanz der Interpretation ist schlicht unfassbar! Dies gilt ohne Ausnahme auch für alle anderen 15 Soli von Arne bis Verdi. Herausragend aus diesem Mix, den Richard Bonynge sehr geschickt zusammengestellt hat, sind die Norma-Arie (Jürgen Kesting spricht zurecht von Sechzehntel-Figuren, die wie Silberfäden in Brokat eingewickelt sind), die Arie der Marguerite de Valois aus Meyerbeers Huguenots, die Juwelen-Arie aus Gounods Faust, aber jede weitere Erwähnung eines einzelnen Tracks würde die verbleibenden möglicherweise als weniger gelungen erscheinen lassen. Nicht nur für Liebhaber des Belcanto eine CD für die einsame Insel, an der es mit jedem Hören etwas Neues zu entdecken gibt. Kritik an der manchmal unausgeprägten Charakterisierung einzelner Figuren ist an dieser Stelle nicht erlaubt.