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Frederic Chopin

14 Walzer

Dinu Lipatti – 1952

Der Komponist

Frederic Chopin kam am 22. Februar (Taufregister) oder 1. März 1810 (eigene Angabe) zur Welt. Seine Mutter war Polin, der Vater Franzose. Er war ein absolutes pianistisches Wunderkind und trat bereits im Alter von 8 Jahren öffentlich auf. 1830 verliess er Polen und ging nach Paris, wo er bis zu seinem frühen Tod ausgelöst durch die Spätfolgen einer Tuberkulose am 17. Oktober 1849 überwiegend lebte und mit Musikern wie Liszt, Berlioz, Meyerbeer sowie Dichtern wie Balzac und Heine einen hochrangigen Freundeskreis fand. Darüber hinaus war Chopin ein durchaus gesuchter Lehrer und Interpret, insbesondere der eigenen Werke mit ihrem neuen gefühlvoll-virtuosen Stil. Chopin komponierte ausschließlich für das Klavier.  

Das Werk

Die insgesamt 19 Walzer schrieb Chopin zwischen den späten 1820er Jahren und seinem Todesjahr 1849 mit einem Schwerpunkt in den 1830er und 1840er Jahren (op. 18, 34, 42, 64). Der e-moll-Walzer entstand hingegen bereits 1829. Auch wenn Chopin sich von der Wiener Walzerseligkeit inspirieren ließ, verlegte er die Lebenslust der Praterfeste mehr und mehr in den aristokratischen Ballsaal, verdeutlicht durch die in Teilen vornehm-galante Eleganz seiner Walzer, ohne dass der immanente tänzerische Elan verloren geht.

Der Pianist

Dinu (Constantin) Lipatti wurde am 19. März 1917 in Bukarest geboren. Mit gerade mal 11 Jahren wurde er Schüler des Konservatoriums Bukarest, er blieb dort von 1928 bis 1932. Zwei Jahre später ging Lipatti nach Paris an die dortige Ecole Normale de Musique (Lehrer u.a. Alfred Cortot und Paul Dukas). 1936 beginnt er in Paris seine Konzertkarriere, die er in den nächsten Jahren erfolgeich auf ganz Europa ausdehnt. 1944 übernimmt Lipatti eine Professur am Genfer Konservatorium. Im selben Jahr machen sich erste Anzeichen einer leukämischen Krankheit bemerkbar, die zu einer drastischen Einschränkung seiner Auftritte führt. Seine Krankheit verschlimmert sich von Jahr zu Jahr, verbunden mit monatelagen Auftrittspausen. Dinu Lipatti starb am 2. Dezember 1950 im Alter von 33 Jahren in Genf.

Die Interpretation

Noch ist mir keine Rezension begegnet, die Lipattis kurz vor seinem Tod entstandene Einspielung von 14 Walzern Chopins nicht in den höchsten Tönen lobt. Immer wieder ist die Rede von Eleganz, Leichtigkeit, verbunden mit Stilbewusstsein, Klarheit, Leuchtkraft und poetischem Ausdruck, um nur einige der Superlative zu zitieren. Besonders hervorgehoben werden seine Interpretationen von op. 34 Nr. 1 und 2, op. 64 Nr. 1 (der sog. Minutenwalzer, den Lipatti technisch makellos spielt, ohne in bloße Virtuosität abzugleiten) und 2 und – natürlich – op. 42. Meine Empfehlung: die Walzer in homöopathischen Dosen hören (am besten als Dreierpack), so entfaltet jedes Stück seinen ureigenen Reiz. Als Alternativen zu Lipatti wird zurecht Rubinstein mit seiner Aufnahme aus dem Jahr 1963 genannt mit seiner weniger poetisch, an einem vollen kraftvollen Ton orientierten Spielweise, die den Tanzcharakter der einzelnen Stücke hervorhebt. Weitere Alternativen sind der Engländer Stephen Hough (ein Mittelweg zwischen Lipatti und Rubinstein) sowie als Geheimtipp Ingrid Fliter mit ihrem rubatoreichen, farbenfrohen Spiel, noch dazu in hervorragender Aufnahmetechnik.