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Kurt Atterberg

Cellokonzertc-moll op. 21

Truls Mörk, Kristjan Järvi – Symphony Orchestra of Norrlands Operan – 2004

Der Komponist

Kurt Magnus Atterberg (1887 – 1974) war ein schwedischer Spätromantiker, der nach einem Ingenieursstudium von 1912-1968 im staatlichen Patentamt und Eintragungsamt arbeitete, zugleich aber nach stark autodidaktisch geprägten musikalischen Studien eine Karriere als Komponist anstrebte. Das Ergebnis: 9 Sinfonien, zahlreiche weitere Orchesterwerke, Opern, Bühnenwerke, Solokonzerte und 2 Streichquartette. Sein Kompositionsstil basierte zunächst auf deutschen und skandinavischen Vorbildern (Brahms, Alfvén) mit einer stets farbenprächtigen Instrumentation bei teilweise volksliedhafter Melodik, später kamen eher an Strauss als an Debussy orientierte impressionistische Züge hinzu.

Das Werk

Das 1923 in Deutschland uraufgeführte Werk (mit Atterberg am Pult der Berliner Philharmoniker) besteht aus den üblichen drei Sätzen und ist dennoch formal ungewöhnlich, nicht nur weil es ohne Pausen durchgespielt wird. Mit den Worten des Komponisten stellt sich die Struktur wie folgt dar: ´Das Konzert beginnt mit einem einleitenden Adagio gefolgt von einem Allegro, das den ersten Teil eines Sonatensatzes bildet. An Stelle der Durchführung steht ein Scherzo, ein Adagio und eine Kadenz, in der die Motive aus der Einleitung und dem Scherzo dominieren und schließlich folgt die traditionelle Wiederholung des Hauptthemas aus dem Sonatensatz`.

Der Solist

Truls (Otterbech) Mørk wurde am 25. April 1961 in Bergen geboren. Sein Vater war Cellist, die Mutter Pianisten. Nach ersten Versuchen am Klavier wechselte er bald zunächst zur Violine, senr schnell aber endgültig zum Cello. Ersten Unterricht erhielt er leicht widerwillig von seinem Vater, der von seiner Musikbegeisterung nicht sonderlich erbaut war. Später studierte Mørk u.a. bei Heinrich Schiff und Frans Helmerson. Er war und ist ständiger Gast bei allen wichtigen Orchestern, mit denen er das klassische Cellorepertoire von Haydn bis Schostakowitsch aufführt, aber daneben engagiert er sich ebenso stark für zeitgenössische Kompositionen und er ist auch ein leidenschaftlicher Kammermusiker. Neben seiner ausgedehnten Konzerttätigkeit ist Truls Mørk als Professor an der Norwegischen Musikhochschule tätig.

Der Dirigent

Kristjan Järvi (geboren 13. Juni 1972 in Tallinn) ist eines von drei Kindern des Dirigenten Neeme Järvi. Sein älterer Bruder Paavo ist ebenfalls ein international erfolgreicher Orchesterleiter. Kristjan Järvis Repertoire umfasst Kompositionen des 17. Jahrhunderts bis zu zeitgenössischer Musik insbesondere als Leiter des von ihm gegründeten Absolute Ensembles und dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich. Als Gastdirigent leitete er viele berühmte Orchester, darunter das London Symphony Orchestra, das Orchester des Bayrischen Rundfunks und das Gewandhausorchester Leipzig.

Die Interpretation

Dieses Konzert entfaltet seine Wirkung am ehesten, wenn alle Beteiligten sich auf die ungewöhnliche Form, die durchaus Längen produzieren kann, umfassend und radikal einlassen. Genau dies geschieht in dieser Einspielung: Truls Mörk spielt den Solopart mit einer schier unglaublichen Leidenschaft und gleichzeitigen Ruhe und Sicherheit (man höre nur die ausgedehnte Kadenz), die vom Dirigenten und vom Orchester perfekt begleitet und unterstützt wird.